Jazz on Screen mit Sun Ra am 17. Mai

Hier ein paar Impressionen von unserer neuen Ausgabe von Jazz on Screen!
Ganz herzlichen Dank an die Initiative Jazz Braunschweig für die wieder sehr gelungene Kooperation!
Und natürlich an die großartigen Musiker des ENSEMBLE AUF ZEIT, José L. Gavira (Flöten),  Marcel Reginatto (Bariton- und Alt Saxophone, Bassklarinette), Heinrich Römisch (Kontrabass) und Elmar Vibrans (Orgel, Moog-Synthesizer), die in der AfterShow im  dicht gefüllten Riptide mit ihren coolen Sun Ra-Inspirationen begeisterten.
Dazu hier noch einige tolle Fotos von Thomas Hackenberg! Vielen Dank dafür!

Alle Fotos: © Thomas Hackenberg

Auch Bloggerin Jacqueline Schwaneberg war wieder mit dabei :)
Hier Ihre Eindrücke. Lieben Dank!

Foto: © Jacqueline Schwaneberg

Foto: © Jacqueline Schwaneberg

Nach einer halbjährigen Pause schwinge ich mal wieder die Feder – ähm – haue ich in die Tasten. Denn: Es war wieder Sound on Screen und ich möchte euch davon berichten!

… und ich wurde direkt überrascht mit einem kultigen Film, der, so wurde erzählt, polarisiert. SPACE IS THE PLACE war Programm, welcher sich um den Musiker Sonny Ra dreht, welcher, ja, was macht der eigentlich für Musik? Nun. Fangen wir von vorn an …

Fahrrad geschnappt. Losgefahren. Prompt knapp dran. Karte gekauft. Auf den Kinositz gehuscht. Einmal ein-, einmal ausgeatmet. Immer wieder angenehm ist es im Universum.

Mit dieser Meinung scheine ich nicht alleine zu sein, denn im Saal sitzen eine Menge anderer  Kinobesucher. Kaum freue ich mit auf die kommenden Filme der SoS-

Reihe, kommt die erste  Ankündigung: Es ist bald Sommerpause. Das hatte ich ganz vergessen. Wie schade! Vielleicht gibt es dafür aber ein Special in den Sommermonaten, um die Durststrecke überbrücken zu können.

Dann gesellte sich Rainer Müller von der Jazzinitiative auf die Bühne und bereitete uns auf das, was wir sehen  würden, vor. Die Quintessenz, die ich aus dem Gesagten schöpfte: Es würde schräg werden. Denn  Sun Ra war davon überzeugt, vom Saturn zu stammen. Rainer Müller wies uns dann noch einmal darauf hin, weil er selbst Physiker sei, dass der Saturn ein Gasplanet wäre. Ein Kichern macht sich im Saal  breit.

Ist der Film so schräg, wie ich erwartete? Jain. Ich wurde eher davon überrascht, dass der Film,  abgesehen von einigen – besonders aus heutiger Sicht – fragwürdigen Aussagen, indirekt  interessante Fragen zum Leben gestellt hat. Natürlich alles verpackt in Sun Ras eigener Welt.Welche sich selbstredend nicht auf der Erde befand (außer außerhalb des Filmes). Noch nicht  verwirrend genug? Dann ist der Film genau das richtige für euch! Zwar bewegt sich durch die Handlung des Filmes ein roter Faden, doch Erklärungen oder ein klares Motiv werden nicht gegeben; was wiederum Platz für Interpretation lässt.

Die Musik passt indes zum Aufbau des Filmes. Ohne Melodie, ein bisschen „jazzig“ und ein  bisschen nach der Entdeckungsfreudigkeit klingend, die besonders herrscht, wenn man ein neues  Musikintrument in den Händen hält.

Zusammengefasst: dieser Film ist alles andere als konventionell. Und wer das sucht – mit einem  Hang zum Trash – ist mit diesem Film bestens bedient. Am Ende habe ich mich trotz der wirren Erzählart gut unterhalten gefühlt.

Dann ging es auf zum Riptide, wo an diesem Abend ein Jazzensemble spielte – inspiriert von den abgespaceten Klängen des Sun Ras. Das Programm trägt den Namen „Free & Space“ und wurde gespielt von José L. Gavira (Flöten), Walter Kuhlgatz (Trompete, Flügelhorn), Marcel Reginatto (Bariton- und Alt Saxophone, Bassklarinette), Heinrich Römisch (Kontrabass) und Elmar Vibrans (Orgel, Moog-Synthesizer). Das Café platze erneut aus allen Nähten. Und da es draußen kühl war, begab ich mich schnellstens ins wohlige Warme.

Tatsächlich ist es schwer, die Eindrücke, die die Musik hinterließ, zu beschreiben. Man muss sie selbst gehört haben – und vor allem gesehen haben! –, um nachvollziehen zu können, was dort auf der Bühne passierte. Daran konnte der Jazz schnell erkannt werden. Denn der wird bekanntlich „live und in Farbe“ gelebt.

Besonders in Erinnerung blieb mir das letzte Stück, da ich ein Fan von Sythesizern und Kontrabässen bin. In diesem Stück spannten die beiden einen starken Spannungsbogen, indem der Kontrabass sich durch die Klänge des Moog-Synthesizers schlich. Ich bemerkte, wie sich bewegte Bilder in meinem Kopf formten, wie ich es persönlich nur vom Hören kraftvoller, orchestraler Musik kenne.

Mit lautem Applaus wurde das Ensemble verabschiedet. Ich verabschiedete mich auch. Vom Ensemble, dem Riptide und dem Universum … und sage an dieser Stelle noch einmal Danke für diesen interessanten Abend! Bis zum nächsten Mal! ☺