BIRD ON A WIRE: LEONARD COHEN

Donnerstag, 9. November 2017, 19:00 Uhr
Regie: Tony Palmer, USA 2010, 106 Min., OmenglUTLeonardCohen-BirdonaWire7-©Courtesy Isolde FilmsFilmemacher Tony Palmer begleitete Leonard Cohen auf dessen Welttournee im Frühjahr 1972. Seine Dokumentation zeigt den Musiker auf der Bühne, in Interviews und Backstage so intim und ungeschminkt, das sie Cohens Management zunächst sperren und umschneiden ließ. Wir zeigen die von Palmer erst 2009 wieder hergestellte, ursprüngliche Fassung des Films – inklusive Groupies, explodierender Lautsprecher und einem schwierigen, aber charismatischen Star! Zum 1. Todestag des großen Künstlers. Eine Rarität auf der Kinoleinwand.
>>> Trailer zum Film

Anschließend Songwriter STEVE LUXEMBOURG live im Café Riptide.
Ganz herzliches Dankeschön für das superschöne AfterShow-Konzert im Ritpide!!
Fotos: © Thomas Hackenberg

Auch Bloggerin Jacqueline Schwaneberg war wieder mit dabei.
Vielen lieben Dank für den Text:
Ruhig und gediegen ging es bei diesem Sound on Screen zu Gange. Denn dieses Mal wurde uns Musik von Leonard Cohen präsentiert. BIRD ON A WIRE ist ein ganz besonderer Film über den Musiker, welcher am 07.11.2016 verstarb. Gar so besonders, dass er lange Zeit verboten und verschollen war. Ein Glück, dass er 2009 wieder auftauchte, sodass er für uns in restaurierter Form zu genießen war.

Das Novemberwetter hat eingesetzt. Draußen wird es kälter und die Dunkelheit setzt weitaus früher ein: Die Kinozeit hat begonnen! Das nicht nur wegen des Wetters, was zum Drinbleiben einläd, sondern auch weil die Oscar-Saison startet. Das bedeutet, dass nun gehäuft, aber nicht ausschließlich, Filme gezeigt werden, die bei der Oscarverleihung 2018 berücksichtigt werden sollen.

Doch zurück zum Sound on Screen … für BIRD ON A WIRE – so wurde uns vorher erzählt – bekam das SoS extra die Aufführungsrechte vom Regisseur Tony Palmer. Auch wurde uns eine Vorschau in das kommende Programm der nächsten Monate gegeben. Am 07.12. gibt es CONNY PLANK – THE POTENTIAL OF NOISE über den gleichnamigen, deutschen Musikproduzenten und Wegbereiters der elektronischen Popmusik, am 19.01.2018 ANNE CLARK – I’LL WALK OUT INTO TOMORROW über die ebenso gleichnamige New-Wave-Musikern und am 08.02.2018 SCORE – EINE GESCHICHTE DER FILMMUSIK über die berühmtesten Filmmusiker der Kinogeschichte zu sehen. Wie die jeweiligen Aftershow-Parties aussehen werden und viele weitere Informationen gibt es über diesen Link zu finden: http://www.sound-on-screen.de/2017/11/vorschau-auf-unsere-neue-staffel/

Etwa 3 Stundenspäter – nach Film und Aftershow – notierte ich einige Gedanken zum Film. Er war lustiger, als ich erwartet hatte. Der Trailer erweckte den Eindruck, dass der Film aus vielen tragenden Szenen bestände, was im Endeffekt der Fall war, gerade durch die melancholische Musik, jedoch wurden diese durch Aufnahmen von Leonard Cohen aufgelockert. Egal ob er ein Interview gibt, mit seinen Musikern redet oder einfach auf der Bühne steht und redet, er machte stets seine kleinen Scherze.

Cohen konnte sich also das Adjektiv „authentisch“ ergattern. Er war jemand, der seine eigene Stimme nicht mochte, jemand, dem die Tränen aus den Augen liefen, als er seinen letzten Song der Tour spielte und jemand, der als Betrug ansah, wenn er dem Publikum nicht dass Gefühl zurückgeben konnte, was er von ihnen bekam. Besonders das Publikum zeigte Verständnis, als Cohen bei seinem letzten Auftrittt der Tour 1972 nicht mehr spielen wollte bzw. es nach eigenen Angaben nicht mehr konnte. Sie buhten nicht, sondern meinten sogar, Cohen müsse gar nichts spielen. Er müsse einfach auf der Bühne stehen – sie würden schon für ihn singen.

Beim Schauen des Filmes ertappte ich mich dabei, wie ich bei einem Song dachte: „ Das ist das schönste Lied des Filmes, ja!“ Nur um beim nächsten den Gedanken zu verwerfen. Am Ende war es wohl „So Long, Marianne“, welcher am meisten bei mir hängen blieb. Ich hätte auf dem Kinositz friedlich und zufrieden einschlafen können (aber hatte es natürlich nicht getan).

Im Riptide ging es träumerisch weiter. Der Künstler Steve Luxembourg trug seine Stücke mit E- oder akustischer Gitarre. Diese unterscheideten sich vor allem durch die Feinheiten in den Soli. Die Lieder waren clean, minimalistisch und dadurch so strak. Sie konnten das Gefühl, welches der Film hinterließ, wunderbar fortführen!

Nach einem kalten, aber schönen Novemberabend schlug ich den langen Weg nach Hause ein … und bin gespannt, ob es beim Sound on Screen im Dezember eine Ausgabe inklusive Schnee geben wird … ❄

(Jacqueline Schwaneberg)