REVOLUTION OF SOUND. TANGERINE DREAM

September_vorn

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Impressionen von der TANGERINE DREAM Aftershow mit elektronischem Sound vom Feinsten und exquisieter Krautrockcover-Ausstellung!
Ein Riesendank dafür an DJ Rayk und Vinyl Hero Udo Meyer!!
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Fotos: Volker Kuz

SoS Bloggerin Jacqueline Schwaneberg war auch wieder mit dabei :)
Hier ihre Eindrücke. Vielen lieben Dank!

“Sound on Screen is back! Und fresh wie eh und je. Doch nicht nur das: auch wenn Musiker Edgar Froese vehement abstreitet, es würde bei Tangerine Dream[s] Musik nicht um den Weltraum gehen, fällt mir nach dem Film nur ein Wort ein: abgespaced! Was wohl nicht nur den Bildern des Filmes geschuldet ist … Aber fangen wir von vorn an – und mit etwas weniger Anglizismen.
Mein mittlerweile drittes SoS hat nicht groß anders angefangen, als jedes andere zuvor. Karte abgeholt, ein Getränk dazu – das war tatsächlich different: ein Saft-Softdrink-Mischgetränk – und rein in den schon gut gefüllten Saal. Da nun auch andere Sponsoren die frisch gestartete Herbststaffel unterstützen, sogar mit anderen Werbeeinblendungen auf der Leinwand. Diese Staffel sind es wieder Fifty Fifty, Kaffeefabrik , KPN Architekten und agenturspezial. Ziemlich neu dabei sind, Lieblingsladen und Malort Braunschweig. Okay. Zugegeben. Vielleicht ist dieses SoS doch etwas anders.Natürlich war Beate Siegmann ebenso wieder am Start und erzählte uns, was uns an diesem Abend erwarten würde. Denn Sound on Screen goes Filmfest! Dieses Jahr ist es selbstredend wieder soweit: vom 17.10. bis 22.10.2017 findet das Braunschweig International Film Festival (kurz BIFF) zum 31. Mal statt. Dementsprechend feierte der diesjährige BIFF-Trailer Weltpremiere an diesem Abend. Wie spannend!

Als wäre das noch nicht genug: beim Kooperationspartner Riptide gibt es nun eine neue Ausstellung! Seltene Vinyl-Cover von Udo Meyer, die – da sie eben so selten sind – nicht als Originale an den Wänden hängen, sondern abfotografiert wurden.

Nach einer Menge Informationen von Beate in dieser Anmoderation starteten die Trailer. Uns wurde ein Einblick in die kommenden Filme geboten. Neben dem SoS-Spezial am 28.09. BLACK SABBATH – THE END OF THE END, werden am 06.10. BUNCH OF KUNST über Sleaford Mods und am 09.11. BIRD ON A WIRE über Leonard Cohen gezeigt. Es erwartet uns also eine bunte Mischung an Musikdokumentationen. Nach diesem Trailer-Fest begann die Vorstellung.

Ein bisschen sprachlos war ich, als ich diesen Film sah. Nicht etwa, weil die Bandmitglieder so cool waren, sondern weil ihre Musik, die immer wieder in der Doku eingespielt wurde, mich in ihren Bann zog. Ich selbst komme von einem musikalischen Hintergrund, in dem mich die Klaxons, Metronomy, WhoMadeWho und Say Yes Dog mit ihren elektronischen Tönen und ihren, fast schon hypnotisierenden, Synthesizern faszinieren. Da war Tangerine Dream für mich ein Ohrenschmaus. Gerade im Vergleich zu diesen Bands erkannte ich, warum der Film seinen Titel trägt. Denn viele Elemente hatte ich bei anderen Musikern bereits aufgeschnappt. Die Doku erzählt von der Exploration neuer Klänge und der Erschaffung einer neuen Musikrichtung. Edgar Froese schwankt dabei zwischen zugegebenermaßen etwas prätentiösen Aussagen wie, dass Musik nur geordnete Klänge wären, aber sagte am Schluss des Filmes etwas, was heutzutage unglaublich wichtig ist: „[die] Trennung der Menschen untereinander [ist] genau so eine Illusion wie die Zeit“ Was ein genialer Kopf – Pionier der elektronischen Musikszene zugleich. Wow!

Wie die Gruppe diese Reise übersteht, wie genau sie diesen völlig neuen Sound entdecken, welchen sie schließlich innerhalb von 50 Jahren auf mehr als 80 Studioalben (Soundtracks u.a. ausgenommen) veröffentlichten, könnt ihr in REVOLUTION OF SOUND: TANGERINE DREAM selbst erleben. Es lohnt sich!

Nach dem Film machten wir uns auf dem Weg ins Riptide. Seit langer Zeit nicht mehr dort gewesen, empfing das Etablissement mich beim Eintreten mit wohliger Wärme und dem riptidetypischen Duft. Wie schön! Ein bisschen vermisst habe ich es ja.

Ebenfalls anders als bei den letzten Malen: Musik von DJ Rayk vom Mischpult. Er wählte Songs von vielen verschiedenen Bands aus, die zu jener von Tangerine Dream passen sollte – das tat sie. Mit Getränk in der Hand standen wir über den Film plaudernd in Grüppchen. Wir waren uns einig, dass diese Band in ihrer Art und Weise Musik zu machen sehr eindrucksvoll war bzw. ist.

Auch dieser Abend fand wieder ein Ende. Ironischerweise als ich den Titel „Wolfenbüttel“ von Bonaparte aus dem Café schallen hörte. Eine kleine Maus (aw!) bediente sich draußen im Achteck an den Krümeln, welche die Besucher hinterließen. Mit diesem zuckersüßen Anblick verließen wir das Riptide.”

Jacqueline Schwaneberg