Beitrag von Jacqueline Schwaneberg zu Jazz on Screen

Hier die Eindrücke von Bloggerin Jacqueline Schwaneberg, die auch ihren erneuten Besuch bei uns in Text und Bild festhielt – diesmal von “Jazz on Screen” am 19. Mai mit MILES AHEAD und Konzert “Laokoon” mit Ausstellungseröffnung. Wir freuen uns und sagen ganz herzlich Dankeschön für den persönlichen Bericht und die stimmungsvollen Bilder!!

Nun sitze ich ein erneutes Mal, schreibend, hier im Riptide. Die Stimmung des Aufbruches ist präsent, der Regen kleidete das Café in den letzten Stunden, es ist etwa 23:40 Uhr, in einen Regenmantel und umhüllte das Achteck mit einer große Pfütze. Das Nass erinnerte Beate Siegmann an Paris bei Nacht, was, wie ich finde, eine schöne Assoziation ist. So stellt der Regen keinesfalls ein Hindernis dar, auch wenn er einige Besucher davon abhält, sofort zu gehen. Die Kunst an den Wänden – eine neue Ausstellung zum Thema „Miles Davis“ von … – tut ihr Übriges und steuert den gewissen, malerischen Touch zum Fluidum bei.

Drehen wir die Uhren zurück …

Zur 19. Stunde war im Universum „Sound on Screen“-Zeit. Die Karte abgeholt, das Getränk in der Hand, der Platz eingenommen. Der Kinosaal füllte sich langsam mit den verschiedensten Leuten unterschiedlichster Altersklassen. Der heutige Abend stände ganz im Zeichen des Jazz’, erzählte Beate Siegmann dem gut gefüllten Saal. „Miles Ahead“ würde gezeigt werden. Ein Film, der nicht in die deutschen Kinos eingezogen war und damit Premiere feierte. Beate reichte das Mikrofon an … von der braunschweiger Jazz-Initiative weiter, der uns einen Ausblick auf den Film gab. Interessanterweise begann er seine Rede mit den Worten: „Ihr kennt ja alle Miles.“

Ich oute mich an dieser Stelle; Zwar hörte ich von Miles zuvor, doch eine Expertin sollte man mich nicht nennen. Nicht einmal ansatzweise. Deswegen saß ich in diesem Saal. Um einen längst überfälligen Einblick in die Welt des Jazz’ von Miles Davis zu bekommen. Der Film, so erzählte …,  würde an Miles’ fünfjähriges musikalisches Abtauchen anknüpfen, bei der sich selbst die Biografen Miles’ unsicher wären, was genau passiert war.

Der Applaus des Publikums für die beiden Sprecher beendete die Einleitungsphase. Der rote Vorhang, der die Leinwand verdeckte, öffnete sich und der Film begann.

Ohne zu viel verraten zu wollen: diesen Film kann ich euch Lesern nur empfehlen. Er unterscheidet sich von Musikfilmen wie „Gimme Danger“ darin, dass er Miles’ Geschichte eher fiktiv mit einem realen Hintergrund darstellt. Don Cheadle, der Regisseur und Hauptakteur zugleich ist, setzt dabei auf einen ausgedehnten Flashback aus Miles Davis’ Sicht.

Das Produkt ist ein pulsierender Film, der seine Story flott und ohne Blatt vor dem Mund herüberbringt. Auffällig ist der nonlinear Film auch hinsichtlich des Handwerks. Die Szenenübergänge werden oft mit dem sogenannten J cut* gestaltet und das Bild sehr dunkel, was meinen persönlichen Geschmack anpricht.

*Dieser Terminus beschreibt einen Videoschnittstil, bei dem der Übergang von Szene A zu B mit Ton aus Szene B eingeleitet wird.

 

Aus dem Universum herausgetreten, wurden wir von strömendem Regen empfangen. Als sich herausstellte, dass, so sehr wir es auch versuchen würden, wir nicht trocken drüben ankämen, wagten wir den Weg.
Überraschend trocken erreichten wir das Riptide, in dem sich bereits einige Menschen sammelten und gebannt auf das „Lakoon Trio“ warteten. Nachdem sich um die Getränkeversorgung gekümmert war, gesellten auch wir uns zu den Wartenden.

 

***

 

Auch wenn ich eine Art des klassischen Jazz’, den ich mir so vorstellte, erwartet habe, bei dem eine Trompete im Essemble vorhanden ist, entschied sich das Trio dafür, diese mit einer Querflöte auszutauschen. Der Musik tat es keinen Abschlag; denn diese war durch und durch gelungen. Sie passte mit den Neuinterpretationen von Liedern des Miles Davis’ super in den Rahmen der Veranstal

tung. Ein chilliger Flair füllte das Riptide. Am Ende des Konzertes verabschiedet sich das Trio. Aus dem Publikum erklingt ein Abschiedsruf. „Schau mal! Die winken dem Publikum“, bemerkt Beate.

 

Was mich immer wieder begeistert, sind die Menschen, die das Riptide zum Sound on Screen besuchen. Es empfangen mich alle mit einem leichten Lächeln auf den Lippen; das Durchkommen mit Kamera in der Hand durch die Masse ist keineswegs ein Problem. Eine unglaublich angenehme Atmosphäre, die ich nicht überall erlebe. Vorbildlich!

 

Selbstverständlich möchte ich auch dieses Mal einen riesen Dank an alle Beteiligten des Sound on Screens richten: an das Universum-Kino und das Riptide mit jedem/-r Mitarbeiter/-in, der/die für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sorgt, sodass wir Besucher den Abend zurücklehnend genießen können und jedem anderen Mitwirkenden, der  auf die eine oder andere Weise dazu beiträgt. Darin eingeschlossen seid ebenso ihr, liebe Besucher/-innen und Leser/-innen, die das Sound on Screen zu einem berichtenswerten Anlass machen.

Ich herze euch (sehr)! ♥

 

Text und Fotos: © Jacqueline Schwaneberg