AS THE PALACES BURN: LAMB OF GOD + Metal-Lesung Till Burgwächter

Donnerstag, 6. November 2014, 19 Uhr
Regie: Don Argott, USA 2014, 93 Min., OmU

live_shotWährend der Dreharbeiten über die private Seite der seit Jahren vor ausverkauften Hallen spielenden Metal-Band Lamb of God wird Frontmann Randy Blythe im Juni 2012 in Prag völlig unerwartet wegen Totschlags angeklagt. Der Film nimmt dadurch eine dramatische Wende und ist hautnah beim nervenaufreibenden Gerichtsprozess dabei, der die Band in ein Wechselbad der Gefühle stürzt. “An entertaining and engaging documentary that will have you sitting on the edge of your seat” (View London)

ANSCHLIESSEND lädt das RIPTIDE zur Lesung: Till Burgwächter gibt weitere, vielmals heitere Einblicke in die Welt des Metals. “Metal as its best!”
NICHT NUR FÜR METALLER EMPFOHLEN!

Till_Burgwächter22ANSCHLIESSEND lädt das RIPTIDE zur Lesung: Till Burgwächter gibt weitere, vielmals heitere Einblicke in die Welt des Metals. “Metal as its best!”
Nicht nur für Metaller empfohlen!

Till Burgwächter aka Marc Halupczokin action!
Viel Beifall bei der heiter durchtriebenen Metal Lesung vom Braunschweiger Metal-Kenner und Autor von Büchern wie Zwischen Aasbüttel und Vahlenmoor – Die Wahrheit über Wacken …

Außerdem: Kommentar zum Abend von Axel Klingenberg in seinem “Rock’n'Roll saves our souls IV – The future is unwritten”!

Ein Gedanke zu “AS THE PALACES BURN: LAMB OF GOD + Metal-Lesung Till Burgwächter

  1. Rock’n'Roll saves our souls IV – The future is unwritten

    von Axel Klingenberg

    7. November 2014. Phil Rudd, der Schlagzeuger von AC/DC wurde festgenommen. Weil er, heißt es, einen Auftragskiller engagiert habe.
    Warum um Gottes Willen engagiert das Mitglied einer der erfolgreichsten Bands der Welt einen Auftragskiller? Um einen stalkenden Fan zu erledigen? Ein allzu aufdringliches Groupie zu erlegen? Man weiß es nicht und aus der Presse sind auch keine Details zu erfahren, außer dass bei ihm auch noch ein paar Büschel Marihuana und ein bisschen Amphetamin gefunden wurde. Und dass er barfuß und unrasiert vor dem Haftrichter erschien. Was vermutlich daran lag, dass er morgens unsanft von der neuseeländischen Polizei geweckt und ins Gericht gezerrt wurde.
    AC/DC sind ja seit dem Tod von Bon Scott vor einigen Milliarden Jahren ein Ausbund der Solidität. Orgien und Exzesse? Sex and violence? Verwüstete Hotelzimmer? Fehlanzeige! Die härteste Droge, die Angus Young nimmt, ist der Sauerstoff aus der Pressluftflasche nach den Konzerten.

    Wie dem auch sei: An diesem Abend steht „As the Palaces Burn“ auf dem Programm von „Sound on Screen“, ein Film über die Metal-Band „Lamb of God“. Leider ist das Universum heute nicht ganz so voll wie sonst – dabei hätte er, wie sich herausstellen soll, ein ganz großes Publikum verdient.
    Eigentlich sollte „As the Palaces Burn“ eine Doku über die Gruppe und deren Fans werden, was man der ersten Hälfte auch deutlich anmerkt. Der Sänger Randy Blythe erzählt über sich und sein Verhältnis zur Musik. Und dass er Angst hat, dass die Leute irgendwann den Schwindel merken und er wieder unter der Brücke landet, unter der er schon mal gewohnt habe. Dass erinnert ein wenig an Kurt Cobain, der ja auch annodunnemals damit kokettierte, unten am Fluss gelebt zu haben – was er wohl, der guten Story zuliebe, ein wenig aufgebauscht haben soll.
    Eine weitere Alternative zu Nirvana: Randy kommt offensichtlich aus der Punk-Szene, was man deutlich an den T-Shirts erkennen kann, die er spazieren trägt: „Black Flag“ und „Misfits“ zum Beispiel. Und „Holidays in the Sun“ von den Sex Pistols nennt er als Initialzündung. Das macht ihn mir sympathisch. Auch die Interviews mit den Fans sind großartig. Der Taxifahrer aus Kolumbien, die Metal-Sängerin aus Indien … In solchen Ländern fahren Fans auch schon mal zwei Tage mit dem Zug in die Großstadt, um ihre Lieblingsgruppe live zu erleben. Phantastisch!
    Während der Dreharbeiten zu dem Film – und damit beginnt der zweite Teil – wird jedoch Randy plötzlich auf dem Prager Flughafen festgenommen. Der Vorwurf: Totschlag bzw. Mord. Zwei Jahre zuvor soll einer ihrer Fans bei einem Lamm Gottes-Konzert umgekommen sein. Randy wird vorgeworfen, ihn beim Stagediving von der Bühne gestoßen zu haben, was zu einer tödlichen Kopfverletzung geführt habe. Er kommt zwar nach einigen Tagen wieder auf freien Fuß, muss sich jedoch später vor einem Gericht verantworten. Das ist auf jeden Fall eine tragische Angelegenheit – die Richter hatten nur zu klären, inwiefern Randy Schuld an dem Tod des Fans trägt. Es verwundert jedoch nicht, dass der Prozess mit einem Freispruch endet.
    Nach dieser – bei allen schönen Bildern und guten Musik – doch recht harten Kost, wandern wir ins Riptide, um einer Lesung von Till Burgwächter zu lauschen. In seinem ersten Text kommentiert er den Fall Randy Blythe auf seine unnachahmlich sarkastische Art. Man muss ihn einfach gern haben, diesen Hagrid des Heavy Metals, der uns in den nächsten 60 Minuten mit bösen Glossen und Geschichten über den Manowar-Sänger Joey DeMaio und über die Geldgeilheit der einstmals besten Metal-Band der Welt, Metallica, unterhält. Nun bin ich natürlich recht voreingenommen, da Till und ich ja zwei Schädel der dreiköpfigen Heavy Metal-Hydra „Read em all“ sind (er sitzt bei Auftritten meist links neben mir), so dass es klar ist, dass mir die Text und die Performance des Braunschweiger Metal-Monchichis außerordentlich gut gefallen – aber auch die anderen Zuhörer machen durch Zurufen wie „Genau!“, „So ist es!“ oder einfach „Jau!“ deutlich, dass Till den Metal-Fans aus ihrer schwarzen Seele spricht. Kein Wunder: Herr Burgwächter ist kein Heavy Metal-Fan, er ist auch kein Heavy Metal-Autor, er ist die Verkörperung dieser härtesten Musik der Welt. Und ich bin froh, dass Till etliche Texte ausprobiert, die er sonst nicht liest.
    Den Abend lassen wir – wie es sich gehört – mit einigen Bieren und viel Geplauder über Musik im Allgemeinen und Heavy Metal im Besonderen ausklingen. Und erinnern uns an das Goldene Zeitalter der crossovernden Alternative Music, Anfang bis Mitte der 90er, als man noch ins Kravczuk gehen konnte, wo Woche für Woche neue geile Songs gespielt wurden.

    8. November. Aus der Zeitung ist zu erfahren, dass Phil Rudd sich nun doch nicht wegen der Anheuerung eines Auftragskillers vor Gericht verantworten muss. Es fehlen die Beweise. Es bleibt die Anklage wegen Drogenbesitzes.
    Wetten, dass AC/DC wie geplant nächstes Jahr auf Tour gehen werden, um ihre neue Platte zu promoten?

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